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Wenn alles zu viel wird: Zyklus, Hormone & Gefühle – eine Einladung, dich zu verstehen

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Als Sophia zum ersten Mal in meine Praxis kam, setzte sie sich hin, atmete tief durch und sagte:
„Ich erkenne mich in der Hälfte des Monats selber nicht mehr.“

In der eine Zyklushälfte war sie leistungsfähig, organisiert, liebevoll für alle da.
In der anderen fühlte sie sich dünnhäutig, überreizt, müde und gleichzeitig innerlich unruhig. Der Schlaf war flach, der Bauch aufgebläht, jede Kleinigkeit wurde ihr zu viel. Und immer wieder kam ihr der Gedanke: „Mit mir stimmt etwas nicht.“

Vielleicht kennst du solche Momente auch.
Vielleicht hast du schon Sätze gehört wie: „Das ist halt PMS“ und gleichzeitig gespürt: Das greift zu kurz.

Nicht jede Veränderung in der zweiten Zyklushälfte ist PMS. Zyklische Stimmungsschwankungen gehören bis zu einem gewissen Grad zur normalen Zyklusphysiologie. Von PMS spricht man erst, wenn Beschwerden regelmässig auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen.

(Wenn du dich generell in Geschichten anderer Frauen wiederfinden möchtest, kann dir mein Blogartikel Hormonelles Ungleichgewicht & Mikronährstoffmangel: Geschichten aus der weiblichen Mitte gut tun.)

Genau hier möchte ich dich mit diesem Artikel abholen. Es geht darum zu verstehen, warum dein System so reagiert, wie es reagiert und wie du mehr inneren Halt finden kannst.

Frau sein ist rhythmisch. Wir funktionieren nicht jeden Tag gleich.

Unser Körper ist nicht dafür gemacht, jeden Tag identisch zu laufen.
Dein Zyklus bringt auf natürliche Weise unterschiedliche Phasen mit sich: Tage voller Klarheit und Energie, an denen du viel erledigt bekommst und Tage, an denen du langsamer wirst, mehr Rückzug brauchst, näher am Wasser gebaut bist.

Biologisch ist das logisch: Dein Körper arbeitet im Hintergrund mit einem fein abgestimmten Zusammenspiel von Hormonen, Nervensystem und Gehirn. Östrogen, Progesteron, Stresshormone wie Cortisol, Schlafhormone wie Melatonin etc.

Sie alle beeinflussen, wie du dich fühlst, schläfst und reagierst.


Mehr zu dem Zusammenspiel von Hormonen und Nährstoffen findest du in meinem Beitrag „Hormonstatus und Mikronährstoffe: Was dein Körper dir sagen will“. Dort gehe ich vertieft darauf ein, wie Mikronährstoffe deinen Hormonhaushalt unterstützen können.

Herausfordernd wird es, wenn die Wellen zu hoch schlagen:
Wenn Stimmungsschwankungen Beziehungen belasten, du dich selbst nicht mehr wiedererkennst oder dein Alltag überanstrengt. Dann sprechen wir von PMS (prämenstruelles Syndrom) oder in der schweren Form von PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung). Auch diese Begriffe sind nur Etiketten. Dahinter stehen immer sehr persönliche Geschichten.

PMS & PMDS: Wenn dein Nervensystem besonders feinfühlig ist

Lange Zeit dachte man, PMS entstehe vor allem durch „zu viel“ oder „zu wenig“ Hormone.
Heute weiss man: Viele Frauen mit starken Beschwerden haben Laborwerte, die völlig im Normbereich liegen.

Der Unterschied liegt häufig nicht in der Menge der Hormone, sondern in der Art, wie dein System darauf reagiert.

Ein Beispiel: In der zweiten Zyklushälfte steigt das Hormon Progesteron und wird im Körper zu Allopregnanolon abgebaut, einer Substanz, die im Gehirn normalerweise beruhigend wirkt. Bei manchen Frauen reagiert das Nervensystem auf diese Schwankungen besonders empfindlich. Dann kann der natürliche Auf- und Abbau von Hormonen sich innerlich anfühlen wie ein emotionaler Sturm: Unruhe, Angst, Gereiztheit, Tränen und mit Einsetzen der Blutung wird es schlagartig besser.

Das bedeutet: Du bist nicht „zu empfindlich“ oder „zu kompliziert“.
Dein System ist sehr fein eingestellt und nimmt Veränderungen wahr, lange bevor sie im Labor sichtbar werden.

Wenn Stress und Hormone sich gegenseitig anfeuern

Zu den Zyklushormonen kommt ein zweiter grosser Einflussfaktor: dein Stresssystem.

Auch Schlafqualität, Blutzuckerbalance und Nährstoffversorgung spielen eine wichtige Rolle dafür, wie stabil Frauen durch die zweite Zyklushälfte gehen.

Cortisol, unser wichtigstes Stresshormon, ist in akuten Situationen lebenswichtig.
Wenn der Körper jedoch über längere Zeit im „Alarm-Modus“ bleibt: durch hohen Druck im Beruf, emotionale Belastungen, Schlafmangel oder Dauerfunktionieren, mischt sich Cortisol in den Hormonhaushalt ein:

  • Progesteron wird vermehrt für die Stressproduktion genutzt, statt für Ruhe, Schlaf und Zyklusbalance zur Verfügung zu stehen.
  • Die innere Bremse funktioniert nicht mehr so gut, du kommst schlechter runter.
  • Heisshunger, Herzklopfen, inneres Zittern oder gereizte Reaktionen nehmen zu, obwohl du dir eigentlich „mehr Gelassenheit“ wünschst.

Viele Frauen sagen in der Praxis:
„Wenn mein Alltag ruhig ist, geht’s mir vor der Periode einigermassen, aber sobald es stressig wird, kippt es völlig.“

Das ist kein Charakterfehler, sondern ein System, das dauerhaft auf Hochtouren läuft.
Stresshormone und Zyklushormone sind ständig im Gespräch und manchmal wird es zwischen ihnen richtig laut.

Wenn du dich hier wiederfindest, lohnt sich auch ein Blick in meinen Artikel „Warum dein Nervensystem im Winter Entlastung braucht“, in dem ich erkläre, wie Nervensystem und Hormone zusammenarbeiten und was ihnen wirklich guttut.

Pubertät und Perimenopause: Übergangszeiten mit Tiefenwirkung

Zwei Lebensphasen erlebe ich in der Praxis als besonders sensibel: die Pubertät und die Perimenopause.

Mädchen in der Pubertät

Wenn junge Mädchen zu mir kommen, sind sie oft verunsichert:
Der Zyklus kommt unregelmässig, die Stimmung schwankt, der Körper verändert sich, die Anforderungen in Schule und Freizeit wachsen. Social Media, Leistungsdruck, Vergleiche mit anderen…all das wirkt auf ein Nervensystem, das noch in der Entwicklung ist.

Hier steht weniger eine schnelle Diagnose im Vordergrund, sondern Raum für Verständnis, für Körperwissen, für kleine Rituale, für Entlastung, damit das Mädchen lernt, ihren Körper nicht als Gegner, sondern als Verbündeten zu erleben.

Frauen in der Perimenopause

Die Zeit vor den eigentlichen Wechseljahren, die Perimenopause, kann sich anfühlen, als hätte jemand an allen Reglern gleichzeitig gedreht. Östrogen und Progesteron schwanken, Eisprünge finden unregelmässig statt, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Dünnhäutigkeit und das berühmte „ich kann nicht mehr“ tauchen auf.

Viele Frauen sind irritiert:
„Ich bin doch noch gar nicht richtig in den Wechseljahren, warum fühlt sich alles so instabil an?“

Weil dein Körper sich neu organisiert.
Eine Lebensphase geht zu Ende, eine neue beginnt und dieser Übergang darf begleitet, verstanden und gehalten werden.

Was wirklich unterstützt:

Meine 5 Tipps für eine bessere Selbstregulation

In meiner Praxis bei Urmi-Natur in Affoltern am Albis arbeite ich nach den Prinzipien der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN). Das bedeutet: Wir schauen auf das grosse Ganze: auf Verdauung, Schlaf, Nervensystem, Temperaturregulation, Haut, Zyklus, Emotionen, Lebensrhythmus.

Es geht um Entlastung, Stabilisierung und Orientierung.

Das kann ganz konkret so aussehen:

Rhythmus für deinen Zyklus finden

Gemeinsam schauen wir, wie dein Alltag und dein Zyklus besser zusammenfinden können. Gibt es Tage im Monat, an denen du bewusst weniger Termine planst? Räume, in denen du langsamer werden darfst? Kleine Anpassungen haben oft eine grosse Wirkung.

Beckenraum und Mitte stärken

Wärmeanwendungen, Fussbäder, sanfte Frauenheilmassage und TEN-Behandlungen unterstützen Durchblutung, Verdauung und Nervensystem. Viele Frauen erleben dadurch mehr Erdung, ein besseres Körpergefühl und das Gefühl, wieder „in sich anzukommen“.

Aromatherapie für dein Nervensystem

Düfte wie Lavendel, Bergamotte, Neroli oder Rose wirken direkt im limbischen System, dem Teil des Gehirns, der Emotionen verarbeitet. Sie können helfen, innere Anspannung zu regulieren und dir einen verlässlichen Rahmen für Gefühle zu geben, besonders in sensiblen Zyklusphasen.
In meinem Beitrag „Im Einklang mit deinem inneren Feld: Energiemedizin bei Urmi“  zeige ich, wie ich Aromatherapie und energetische Methoden miteinander verbinde.

Stressachsen entlasten

Kurze Atempausen, Vagus-unterstützende Rituale, moderater, gut gewählter Sport, kleine Inseln im Alltag…all das sind wirkungsvolle Bausteine für dein Nervensystem. Gerade dann, wenn du glaubst, „keine Zeit“ dafür zu haben, lohnt sich ein liebevoller Blick darauf.

Verstehen, was passiert

Sobald Frauen verstehen, warum ihre Symptome auftreten, verändert sich der innere Ton.
Aus Selbstkritik wird oft Mitgefühl und Klarheit. Und genau dort beginnt echte Veränderung.

Wie eine Begleitung bei Urmi aussehen kann

Jede Frau bringt, wie Sophia vom Anfang, ihre eigene Geschichte mit. Trotzdem möchte ich dir einen Einblick geben, wie eine Begleitung in meiner Praxis aussehen kann.

Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch:
Wir nehmen uns Zeit für deine Zyklusgeschichte, deine aktuelle Lebenssituation, bisherige Diagnosen und eventuell bereits erfolgte Behandlungen. Wenn es sinnvoll ist, ergänzen wir das mit einer Vitalfeldanalyse, um Hinweise auf Belastungen, Nährstoffmängel und Regulationsstörungen zu bekommen.

Auf dieser Grundlage entwickeln wir gemeinsam einen Weg, der zu dir passt.
Das kann zum Beispiel beinhalten:

  • naturheilkundliche Unterstützung aus der TEN (z. B. Leber- und Darmbegleitung, Pflanzenheilkunde für den Zyklus)
  • Aromatherapie-Mischungen, die dich durch den Monat tragen
  • Frauenheilmassage, um Beckenraum, Verdauung und Nervensystem zu harmonisieren
  • kleine, realistische Alltagsschritte, die du tatsächlich umsetzen kannst, ohne zusätzlichen Druck

Über mehrere Zyklen hinweg beobachten wir, was sich verändert, was stabiler wird und wo dein System noch Unterstützung braucht.

Du bist nicht „zu viel“ – dein System reagiert fein

Wenn du dich in Sophia, in einzelnen Sätzen oder in der Stimmung dieses Artikels wiederfindest, dann möchte ich dir sagen:

Du bist nicht schwierig.
Du bist nicht „kaputt“.
Du bist eine Frau mit einem sensiblen, fein reagierenden Nervensystem.

Dein Körper zeigt dir, was ihm guttut und was ihn überfordert.

Wenn du möchtest, begleite ich dich ein Stück auf diesem Weg! In meiner Naturheilpraxis Urmi in Affoltern am Albis, mit naturheilkundlicher Erfahrung, einem liebevollen Blick auf deine Geschichte und genügend Raum für alles, was gerade da ist.

Der erste Gesundheits-Check ist immer gratis. Einfach hier entlang und „kostenlosen Gesundheitscheck“ auswählen.

Von Herz zu Herz
deine Michèle